Apple Pay und die PIN-Abfrage

Die Kartenanbieter legen für das kontaktlose Bezahlen ein Einkaufslimit fest, bis zu welchem Betrag die PIN-Eingabe am Kassenterminal entfallen kann. Bei Mastercard beträgt dieses Limit aktuell bei 25 Euro. Das Kreditkartenunternehmen Visa hat das Limit im vergangenen Jahr von 25 auf 50 Euro angehoben. Wird das festgelegte Limit überschritten, so ist aus Sicherheitsgründen die Eingabe einer PIN am Kassenterminal oder eine Unterschrift auf dem Bon zu leisten. Einige der Kreditkarten­anbieter bauen zur Sicherheit allerdings eine zusätzliche Abfrage ein. Hier kann spora­disch oder nach einem bestimmten Schema auch bei Beträgen kleiner 25 Euro nach einer PIN oder Unter­schrift verlangt werden.

In einer Pressemitteilung vom 10. Mai 2017 schreibt das Drogerieunternehmen dm hierzu:

Bei Einkaufsbeträgen bis 25 € ist in der Regel keine Autorisierung durch den Kunden mittels PIN oder Unterschrift erforderlich. Bedingt durch Sicherheitsprüfungen der Kundenbanken kann es jedoch sporadisch zu Autorisierungsabfragen kommen.

Einer der Vorteile beim Bezahlen mit Apple Pay ist, dass über das sogenannte CDCVM-Verfahren die PIN-Eingabe auch bei Beträgen größer 25 bzw. 50 Euro entfallen kann. CDCVM steht für Consumer Device Cardholder Verification Method. Bei diesem Verfahren erfolgt die Verifizierung bereits am mobilen Gerät über die Authentifizierung via Touch-ID, Face-ID (iPhone X) oder der PIN-Eingabe beim Anlegen der Apple Watch. Damit die PIN-Eingabe am Kassenterminal entfallen kann, muss das CDCVM-Verfahren am Terminal unterstützt werden.

Anhand der Apple Pay Akzeptanzdatenbank lässt sich gut erkennen, dass der Großteil der heutigen Terminals das CDCVM-Verfahren bereits unterstützen.

  • Bei 1.114 Einkäufen kleiner 25 Euro, war in nur 4 Fällen eine PIN-Eingabe erforderlich
  • Bei 666 Einkäufen größer 25 Euro, wurde in 49 Fällen nach einer PIN verlangt, was 7,36% entspricht

Spannenderweise wurde beim Bezahlen häufiger nach einer Unterschrift als nach einem PIN verlangt. Ob es in all diesen Fällen überhaupt ein Unterschriftsfeld auf dem Bon gegeben hat, wage ich zu bezweifeln. Hier dürfte viel eher die Unsicher- bzw. Unwissenheit der Kassenkraft ausschlaggebend für das Verlangen einer Unterschrift gewesen sein. Wie möchte die Kassenkraft die Unterschrift ohne physische Kreditkarte auch abgleichen?

Fazit: Man kann festhalten, dass eine PIN-Abfrage beim Bezahlen mit Apple Pay die Ausnahme ist. Wird dennoch nach einer PIN verlangt, so könnte das an der fehlenden CDCVM Unterstützung oder der sporadischen Sicherheitsabfrage liegen.

Apple Pay Cash in den USA

Zeitgleich mit der Freigabe von iOS 11.2 Public Beta 2 hielt Apple Pay Cash in den USA Einzug. Dieser Artikel soll Apple Pay Cash etwas näher beleuchten.

Voraussetzungen für die Nutzung von Apple Pay Cash:

  • Ein kompatibles Device mit iOS 11.2 Beta 2 oder neuer
  • 2-Phasen Authentifizierung für die Apple-ID
  • Eine gültige Kredit- oder Debitkarte in der Wallet
  • Mindestalter 18 Jahre
  • Wohnsitz in den USA

Der Einrichtungsvorgang:

Um Geld senden oder empfangen zu können, muss die virtuelle Apple Pay Cash Karte konfiguriert werden. Als erstes gilt es zu prüfen, dass der Schalter „Apple Pay Cash“ unter „Einstellungen“ / Wallet & Apple Pay“ aktiviert ist. Im Anschluß geht man in die Wallet App und klickt auf die Apple Pay Cash Karte. Im Anschluß lässt sich die Karte einrichten.

Im ersten Schritt wird die Identität der Nutzerin bzw. des Nutzers überprüft. Hierfür wird der Lichtbildausweis benötigt. Dieser muss mit der Vorder- und Rückseite gescannt werden. Im Anschluß erfolgt eine Überprüfung der Ausweisdaten.

Geld senden mit dem iPhone oder dem iPad:

Geld mit Apple Pay Cash zu versenden ist sehr einfach. Hierzu kommt die iMessage App zum Einsatz.

  1. Man geht in die Nachrichten App (iMessage), startet eine neue Nachricht und wählt den gewünschten Empfänger-Kontakt aus. Alternativ ruft man einen bestehenden Nachrichtenverlauf auf.
  2. Nun tippt man auf den Button „Apps“ (links vom Textfenster). Anschließend klickt man auf den Apple Pay Button.
  3. Jetzt lässt sich über die + oder – Taste der zu überweisende Betrag anpassen.
  4. Als nächstes tippt man auf „Bezahlen“. Zusätzlich kann man eine Nachricht an den Empfänger übermitteln.
  5. Als letztes tippt man auf „Senden“. Daraufhin erhält man eine Zusammenfassung der gewünschten Transaktion, die man final über Touch-ID oder die Gesichtserkennung (iPhone X) freigeben muss.

Geld empfangen:

Ebenso kann man einen Freund darum bitten Geld zu senden.

Auch hierfür wechselt man in die Nachrichten App und geht wie oben beschrieben vor (Punkt 1 – 3). Anstatt auf „Bezahlen“ (Schritt 4), klickt man auf den Button „Anfrage“.

Zahlung stornieren:

Solange die Zahlung noch nicht akzeptiert wurde, lässt sich diese stornieren. Hierfür geht man in die Wallet App und klickt in Folge auf die Apple Pay Cash Karte. Nun lässt sich der Transaktionsverlauf einsehen und die Zahlung abbrechen.

Es kann bis zu einem Tag dauern, bis der Betrag wieder auf der Apple Pay Cash Karte zur Verfügung steht.

Die Apple Pay Cash Karte:

Wenn man Geld empfängt, wird der Betrag auf der virtuellen Apple Pay Cash Karte gutgeschrieben. Beim Senden von Geld wird vorhandenes Guthaben auf der Karte genutzt. Ist kein ausreichendes Guthaben auf der Apple Pay Cash Karte vorhanden, wird die in der Wallet hinterlegte Kredit- bzw. Debitkarte belastet.

Guthabenbeträge auf der Apple Pay Cash Karte können auch zum Bezahlen mit Apple Pay eingesetzt werden (z.B. im stationären Handel, Onlineshop etc.). Das maximale Guthaben auf der Apple Pay Cash Karte liegt bei $20.000. Pro Nachricht können bis zu 3.000 USD gesendet werden. Im Zeitraum von 7 Tagen lassen sich maximal 10.000 USD senden bzw. empfangen. Wird man im Handel beim Bezahlvorgang mit Apple Pay Cash zur Eingabe einer PIN aufgefordert, so lautet die PIN-Nummer immer 0000. Die Apple Pay Cash PIN kann nicht geändert werden.

Geld zur Apple Pay Cash Karte hinzufügen oder auf das Bankkonto überweisen:

Um die Apple Pay Cash Karte mit Guthaben „aufzuladen“, geht man in die Wallet App, klickt auf die Apple Pay Cash Karte und anschließend auf die Registerkarte „Info“. Nun tippt man auf „Geld hinzufügen“. Daraufhin gibt man den gewünschten Überweisungsbetrag ein und klickt abschließend auf „Hinzufügen“.

Um vorhandenes Guthaben auf das eigene Girokonto zu transferieren, klickt man in der Wallet App auf die Apple Pay Cash Karte und wechselt auf die Registerkarte „Info“. Im nächsten Schritt klickt man auf „Zur Bank übertragen“. Beim ersten Überweisungsauftrag muss ein Bankkonto hinterlegt werden. Hierfür klickt man auf „Konto hinzufügen“. Jetzt lassen sich die eigenen Bankdaten erfassen. Diese bleiben auch für künftige Umbuchungen gespeichert. Zum Schluss gibt man den gewünschten Überweisungsbetrag ein und bestätigt die Transaktion über Touch-ID oder die Gesichtserkennung.

Bis zur Gutschrift auf dem Bankkonto können 1-3 Werktage vergehen. Der Mindestbetrag für die Überweisung liegt bei 1 US-Dollar.

Ist Apple Pay Cash kostenlos?

Wenn eine Debitkarte zum Übertragen von Geld auf die Apple Pay Cash genutzt wird, ist die Transaktion kostenlos. Bei einer Überweisung über die Kreditkarte, fällt eine Gebühr in Höhe von 3% an.

Quelle: macworld.com

Die folgenden Bilder zeigen einige der Einrichtungsschritte auf:

 

Auf der Internetpräsenz von Apple steht ein Demo-Video bereit, dass einen Einblick zum Ablauf von Apple Pay Cash gibt.

Zum Video

 

Verwandte Artikel:

1. Apple Pay Cash in den USA gestartet
2. Apple Pay Cash: Schon bald in Europa?
3. Apple Pay Cash: Hinweise in iOS 11 Beta

 

Amerikanische Starbucks App unterstützt Apple Pay

Mit dem jüngsten Update auf die Version 4.3.4, unterstützt die Starbucks App aus dem amerikanischen App Store ab sofort auch den Versand von Gutscheinkarten über iMessage. Zur Auswahl stehen Aufladebeträge in Höhe von 5, 10 oder 25 US-Dollar. Beglichen wird der Betrag über Apple Pay.

Der Bezahlvorgang erfolgt direkt aus iMessage heraus. Nachdem die Authentifizierung über Touch-ID erfolgreich abgeschlossen wurde, kann die Gutscheinkarte  an den Beschenkten versandt werden.

Vor dem ersten Erstellen einer Gutscheinkarte muss die Starbucks App noch über den „iMessage App Store“ hinzugefügt werden.

Die nachfolgenden Screenshots zeigen die einzelnen Schritte auf:

Inwieweit der Starbucks Gutschein in deutschen Filialen einzulösen geht, entzieht sich meiner Kenntnis. Aufgrund der fremden Währung (US-Dollar), dürfte das Einlösen aber vermutlich fehlschlagen.

*Den meisten Leserinnen und Lesern dürfte Starbucks ein Begriff sein. Es handelt sich hier um ein amerikanisches, international tätiges Unternehmen. Starbucks verkauft in erster Linie Kaffeeprodukte. Im Jahr 2016 zählte Starbucks in Deutschland 158 Filialen (Quelle: Wikipedia).

Apple Pay beim Onlinekauf

Der heutige Blogartikel widmet sich dem Thema „Bezahlen mit Apple Pay beim Online Einkauf“. Noch gibt es keinen deutschen Webshop, in dem das Bezahlen mit Apple Pay bereits möglich ist. Dennoch möchte ich bereits jetzt einen kleinen Einblick darüber geben, wie einfach und bequem das Bezahlen zukünftig auch Online mit Apple Pay sein wird. Wer bereits Apple Pay über die Boon-App einsetzt, der kann schon heute in dem einen oder anderen ausländischem Webshop seinen Einkauf über das iPhone oder die Apple Watch bezahlen. Voraussetzung ist, dass der Webshop das Bezahlen über Apple Pay sowie den Warenversand nach Deutschland anbietet. Um zu demonstrieren, wie einfach der Bezahlvorgang vonstattengeht, habe ich bei der US-amerikanischen Crowdfunding-Plattform Kickstarter einen Vorgang für die Geldspende eines Projekts eingeleitet.

Nachdem ich mich für ein zu förderndes Projekt entschieden habe, klickte ich im weiteren Verlauf auf die Schaltfläche „Dieses Projekt unterstützen“. Daraufhin setzte ich im Feld „Ohne Belohnung unterstützen“ den Betrag von 1 £ ein. Nach dem Klick auf die Schaltfläche „Apple Pay“ wurde der Bezahlvorgang automatisch eingeleitet. Die Apple Watch, die ich währenddessen am Arm getragen habe, wurde automatisch erkannt. Die Zahlungsanweisung konnte nun durch ein 2-maliges Drücken auf die Seitentaste der Apple Watch abgeschlossen werden. Besitzt man keine Apple Watch, so wird automatisch das iPhone aktiviert. Für diesen Fall lässt sich der Bezahlvorgang durch Auflegen des Fingers auf den Touch-ID-Sensor abschließen. Wenn ihr auf die nachfolgenden Bilder klickt, werden die einzelnen Schritte vergrößert dargestellt.

 

Voilà – so einfach kann das Bezahlen mit Apple Pay sein!

Folgende technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Einkauf über einen Onlineshop, der Apple Pay als Zahlungsoption anbietet, zu bezahlen:

  • iPhone, iPad, oder Mac (optional eine Apple Watch)
  • iOS 10 oder höher beim iPhone oder iPad
  • watchOS 3 oder höher bei der Apple Watch
  • Boon App inklusive aktiviertem Benutzerkonto
  • macOS Sierra oder neuer beim Mac
  • Safari Browser

Beim Online Einkauf über einen Mac gibt es darüber hinaus noch weitere Punkte die es zu beachten gilt:

  • Das iPhone oder die Apple Watch muss sich in der Nähe des Mac befinden
  • Das iPhone bzw. die Apple Watch sowie der Mac müssen unter demselben iCloud-Account angemeldet sein
  • Bluetooth muss auf dem Mac aktiviert sein
  • Im Safari Browser muss unter „Einstellungen / Datenschutz“, der Haken bei „Websites erlauben, zu prüfen, ob Apple Pay konfiguriert wurde“ gesetzt sein

Auf dem iPhone findet man diese Einstellung unter „Einstellungen / Safari / Apple Pay prüfen“.

Apple Pay :: Was, Wie, Wo?

Apple Pay: Was ist Apple Pay und wie funktioniert es?

Bei Apple Pay handelt es sich um einen Bezahldienst aus dem Hause Apple. Dieser Zahlungsdienst ermöglicht es, Einkäufe über das iPhone oder die Apple Watch zu bezahlen. Um Apple Pay nutzen zu können, ist mindestens ein iPhone 6 sowie iOS 8.1 (oder neuer) erforderlich. Ebenso muss der Händler ein NFC kompatibles Bezahlterminal installiert haben, dass für ein kontaktloses Bezahlen freigeschaltet ist. Solche Terminals sind heutzutage weit verbreitet. Insbesondere bei den großen Einzelhandelsketten wie Aldi, Rewe oder real sind diese Bezahlterminals bereits im Einsatz.

Wo genau liegen die Vorteile von Apple Pay?

  • Es muss kein Bargeld oder Portemonnaie mitgeführt werden
  • Das Bezahlen geht schnell vonstatten und ist sehr komfortabel
  • Der Händler erhält im Gegensatz zur „klassischen Kreditkarte“ keine persönlichen Daten
  • Dank des Touch-ID Verfahrens ist eine hohe Sicherheit gewährleistet. Beim Bezahlen über die Apple Watch muss die Uhr getragen werden und zuvor über einen PIN entsperrt worden sein
  • Apple Pay kann weltweit eingesetzt werden (Akzeptanz für das kontaktlose Bezahlen vorausgesetzt). Ebenso lässt sich Apple Pay für das Bezahlen im Internet oder über Apps einsetzen

Neben dem mobilen Bezahlen im stationären Handel, können Einkäufe auch über Apps oder im Internet (Onlineshops) getätigt werden. Hierfür muss Apple Pay selbstverständlich als Zahlungsoption angeboten wird.

Die offizielle Einführung von Apple Pay in Deutschland lässt nach wie vor auf sich warten. Bis es soweit sein wird, ist der Einsatz von Apple Pay bereits über die App Boon möglich. Hierbei kommt eine virtuelle PrePaid Kreditkarte von Wirecard zum Einsatz. Wie die Einrichtung vonstatten geht und was es zu beachten gilt, wird in der Rubrik „Einrichten“ ausführlich beschrieben.