Mobiles Bezahlen auf dem Vormarsch! Doch ist der Handel ausreichend informiert?

Mobiles Bezahlen im HandelWie bereits im Vorfeld durch zahlreiche Medien angekündigt, ist Googles Bezahldienst „Google Pay“ am 26. Juni in Deutschland gestartet. Zur Einführung konnte Google die Commerzbank, Comdirect, N26 sowie boon by Wirecard als Partnerbanken gewinnen. Weitere Finanzdienstleister sollen folgen. Ob Google Pay von den Android-Nutzern hierzulande als alternatives Zahlungsmittel angenommen wird, muss sich in den kommenden Monaten zeigen. Bei einem Marktanteil von 75,8%  (Absatz von Smartphones mit Android Betriebssystem[1]), ist zumindest ein großes Nutzerpotential vorhanden. Allerdings sollte Google versuchen, möglichst bald weitere Finanzinstitute für seinen Dienst zu gewinnen.

Mit Garmin Pay und Fidor Pay führten diesen Monat gleich noch zwei weitere Anbieter ihren mobilen Bezahldienst hierzulande ein. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie auch die Sparkassen kündigten zudem eine hauseigene Lösung für das Bezahlen mit dem Smartphone an. Hier ist mit der Einführung noch in diesem Sommer zu rechnen. In Anbetracht der jüngsten Entwicklungen, könnte tatsächlich der Durchbruch beim mobilen Bezahlen in absehbarer Zeit gelingen.

Doch ist auch der Handel und insbesondere das Kassenpersonal auf das mobile Bezahlen vorbereitet? Meine Erfahrungen mit Apple Pay haben gezeigt, dass es im Regelfall zu keinen größeren Schwierigkeiten kommt. Allerdings war immer mal wieder eine gewisse Verunsicherung bei den Kassenkräften zu erkennen. Von ähnlichen Erfahrungen berichten die Blogbesucher/innen beim Melden neuer Akzeptanzstellen. Vereinzelt wurde der Bezahlvorgang auch hinterfragt oder nach einer Unterschrift verlangt. Andere Angestellte zeigten sich wiederum von der Technik begeistert.

Trotz überwiegend guter Erfahrungen, kann leider nicht nur positives berichtet werden. Ganz und gar nicht akzeptabel war ein Vorfall bei Müller Drogeriemarkt. Da ging die Kassiererin soweit, der Kundin betrügerische Absichten vorzuwerfen, als diese mit ihrer Apple Watch bezahlen wollte. In einem sehr forschen Ton bestand die Kassiererin zudem auf den Personalausweis und eine Unterschrift.

Bei entsprechender Kartenakzeptanz und NFC-fähigen Terminals wären die Unternehmen spätestens seit der Einführung von Google Pay gut beraten, ihre Filialleiter flächendeckend zu informieren, dass auch das Bezahlen mit dem Smartphone möglich ist. Die Diskussion mit der Kassiererin bzw. dem Kassierer ist nicht nur unangenehm, sondern verfehlt auch das Ziel einer schnellen und bequemen Zahlungsabwicklung.

Welche Erfahrungen habt ihr gesammelt? Gerne dürfen sich auch Nutzer/innen von anderen OS-Versionen zu Wort melden ;-).

Quellenangabe:

1. Marktanteile von Android und iOS am Smartphone Absatz in Deutschland | de.statista.com | Aufruf: 27.Juni 2018


Claus

Überzeugter Badener mit einer gewissen Neigung zum schwarzen Humor. Neben dem Blog interessiere ich mich für Apple Produkte, Social Media, Musik und Politik. Kaffee-Spende mit Apple Pay an den Autor.

10 Gedanken zu „Mobiles Bezahlen auf dem Vormarsch! Doch ist der Handel ausreichend informiert?

  1. Vorbereitet ist er nicht. War vorgestern an einer Esse-Tanke… Die gute Dame hinter dem Thresen meinte: Das geht nicht.
    Bis ich dann dieses Logo mit den 3 Halbbögen sah. Ein Test und es hat „pling“ gemacht. Nicht schlecht gestaunt meinte sie, dass das jetzt ne kleine Weiterbildung war.

    1. So geschildert, liegt es aber NICHT nur am Personal.
      Wenn man sagt: „mit Karte bitte“, schaltet sie frei, es macht „bling“ und man geht..!

      1. Gerade am Wochenende an einer Esso-Tankestelle habe ich lieber mit Bargeld bezahlt, als ich das Kartenterminal sah, das ca. 1,50 m vom Kunden entfernt war (auf dem breiten Tresen, in diesem „Kassenbunker“ an vielen Esso-Tankstellen).
        Hatte es eilig und wollte es nicht „mit Karte bitte“ nicht drauf ankommen lassen, dass der Kassierer die Hand nach der Karte ausstreckt 🙂

  2. Bei der Android-Betrachtung („hoher Mobilmarkt-Anteil“) wird immer ganz gerne vergessen, dass nicht jedes Android-Handy auch automatisch NFC hat. Das wäre ja auch noch mal eine interessante Info. Beim iPhone ist das ja einfacher… 🙂

    1. Du wirst lachen, genau diesen Punkt hatte ich im Artikel stehen, doch dann wieder entfernt. Ich wollte es nicht zu technisch werden lassen bzw. zu stark vom eigentlichen Thema abweichen. Aber Du hast recht. Zudem gibt es noch die Anforderung an die OS-Version.

      1. Ja, es gibt auch hier eine Reihe Randbedingungen: Gewählte Bank, Android-Version, NFC-Chip…
        Wahrscheinlich sind das jetzt 1% der deutschen Android-User… 😉

        Egal, ich hab’s heute morgen bei einem Edeka getestet – es funktioniert.
        Die Kassiererin hat auch komisch geguckt; aber weil ich mit nem Handy bezahlt habe statt wie sonst mit der AppleWatch…. 😛

  3. In meiner Gegend wird man immer noch komisch angeschaut wenn man mit dem Handy oder der Watch zahlen möchte. Bisher habe ich das immer gerne bei meiner Stammtankstelle genutzt. Letztes mal hat es aber nicht mehr geklappt und es hieß das Lesegerät wäre kaputt. Mir ist erst danach aufgefallen dass an der Stelle für den NFS Leser Alufolie angebracht wurde. Warum auch immer, vielleicht sind die Gebühren zu hoch. Sowas ist für mich schon Manipulation.

  4. Heute zuerst bei DM bezahlt, gleich die Frage:
    Ist das die neuste Apple Watch und geht das deswegen.
    Dann im Louis, Kassiererin sehr verblüfft dass es geht.
    Habe beiden erklärt dass es viel mehr gehen würde, aber die deutschen Banken noch nicht richtig mitspielen und es sich um eine irische Kreditkarte handelt.
    Aber ich gehe übrigens immer vor mit: „Mit Karte bitte“ und erspare mir die Diskussionen. Nur wenn jemand demonstrativ die Hand hinhält um die Karte entgegen zu nehmen sag ich: „Nein mit der Uhr “ und deute an, dass Sie mir das Gerät hinhalten. Klappt bisher echt gut.

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