Digitaler Fortschritt in Deutschland ohne Apple Pay?

Digitaler Fortschritt ohne Apple PayMit Google Pay, Garmin Pay, Fidor Pay sowie der digitalen Girocard sind hierzulande gleich vier neue Mobile-Payment-Dienste am Start. Es überrascht positiv, wie sich plötzlich der Markt für mobiles Bezahlen in Deutschland öffnet. Auch entsteht der Eindruck, als müsse jetzt alles sehr schnell gehen. Googles Bezahldienst soll bereits am 26. Juni 2018 in Deutschland starten. Der Rollout für die digitale Girocard (Girocard Mobile) wurde für den Sommer 2018 angekündigt. Doch noch vor einem einheitlichen Start ist nun die Volksbank Mittelhessen vorgeprescht und bietet seinen Kunden vorab das Bezahlen mit der Girocard Mobile an.

Insbesondere bei der digitalen Girocard gibt es ein ernormes Kundenpotenzial. Immerhin handelt es sich hierzulande um das meist genutzte Debitkarten Zahlungssystem. Soweit die Kundenberater der teilnehmenden Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der Sparkassen überzeugen und ihre Kunden die Bedenken vor dem Bezahlen mit dem Smartphone nehmen können, sollte Deutschland mittelfristig der Durchbruch für das Mobile-Payment gelingen.

Bis auf die Wearables von Garmin, sind für die oben genannten Payment Dienste ein Smartphone mit NFC Unterstützung und installiertem Android Betriebssystem erforderlich. Das iPhone bzw. iOS wird von keinen der Dienste unterstützt.

Man darf gespannt sein, ob es den Anbietern mithilfe eines guten Produktmarketings gelingen wird, die Verbraucher mit ihren Mobile-Payment-Diensten ins Boot zu holen. An mangelnden Akzeptanzstellen sollte es nicht scheitern. Wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken berichtet, ist es bereits an ca. 600.000 Terminals möglich, kontaktlos zu bezahlen. Eine entsprechende Kundenakzeptanz vorausgesetzt, könnte somit 2019 der Durchbruch für das Bezahlen mit dem Smartphone oder der Smartwatch gelingen.

Doch wie steht es um Apple Pay? Wenn Apple nicht genau jetzt die Zeichen der Zeit erkennt und die Initiative ergreift, dürfte der Zug irgendwann abgefahren sein. Mit der Einführung von Google Pay und der Girocard Mobile wird es für Apple zumindest nicht einfacher, seinen Bezahldienst breitflächig zu etablieren.

Mir liegt es fern an dieser Stelle eine Debatte loszutreten, wer letztendlich für den „Stillstand“ verantwortlich ist. Doch das es nicht einzig und alleine an den Banken liegen kann, zeigt die bevorstehende Einführung von Google Pay. Hier konnte Google immerhin die Commerzbank als Kooperationspartner für sich gewinnen. Auch die Finanzdienstleister N26, bunq, boon by Wirecard und vermutlich Santander sollten offen für die Einführung von Apples Bezahldienst sein.


Claus

Überzeugter Badener mit einer gewissen Neigung zum schwarzen Humor. Neben dem Blog interessiere ich mich für Apple Produkte, Social Media, Musik und Politik. Kaffee-Spende mit Apple Pay an den Autor.

5 Gedanken zu „Digitaler Fortschritt in Deutschland ohne Apple Pay?

  1. Apple hat kein Problem (leider) das auch erst z.B. in einem Jahr einzuführen. Es wird deshalb kein iPhone weniger verkauft / gekauft. Und sobald es freigeschaltet wird, egal wann, geht es ab, schon allein wegen der Vielzahl der vorhandenen Geräte.
    Der NFC-Chip wird nicht komplett freigegeben.
    Stillstand bei Verhandlungen liegt immer an beiden. Denn es wird verhandelt.
    Bei den Banken ist die DKB noch zu erwähnen.

    1. Hallo Götz,

      Maestro funktioniert schon heute mit Apple Pay. Beispielsweise in Italien mit der Karte von bunq. Bei der Änderung unter iOS 12 geht es nur um die Möglichkeitkeit, auch online mit der Maestro Karte bezahlen zu können (Webshop, Apps). Maestro ist auch keine rein deutsche Karte. Hier handelt es sich um einen Debit-Karten­dienst von Mastercard. Demnach haben die jüngsten Meldungen voraussichtlich nichts zu bedeuten.

    1. Hallo Markus
      danke für den Link. Einen ähnlichen Artikel gab es diese Tage bereits auf einem weiteren Webportal. Bei dieser Schlagzeile lassen sich allerdings auch schnell falsche Rückschlüsse ziehen.

      Hier geht es ausschließlich um Karten mit dem Branding „VPay“ oder „Maestro“. Bei VPay handelt es sich um eine Debitkarte aus dem Hause Visa, bei Maestro um eine Debitkarte aus dem Hause Mastercard. Richtig ist, dass die meisten deutschen Girokarten ein solches Co-Branding tragen.

      In Italien unterstützt Apple Pay jedoch schon heute Maestro und V-Pay Karten. Ein Beispiel ist die Maestro Karte der niederländischen Bank bunq. Das wäre demnach nichts Neues. Nach meinem Kenntnisstand soll es bei der besagten Änderung unter iOS12 nur um die Möglichkeit gehen, die besagten Debitkarten auch für Onlineeinkäufe einsetzen zu können. Soweit ich weiß, geht das heute noch nicht!?

      In Zusammenhang mit dem verlinkten Artikel sei noch zu erwähnen, dass es sich bei VPay wie auch bei Maestro um internationale Debitkarten handelt. Demnach um keine Karten, die ausschließlich in Deutschland zur Verfügung stehen. Ich denke, dass sollte das Ganze etwas relativieren.

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