Bezahlen mit Apple Pay :: Vorteile für beide Seiten

Die Digitalisierung in Deutschland – auch beim Bezahlen im Handel – schreitet immer weiter voran. Dennoch möchten laut einer Umfrage des Finanzinstituts ING-DiBa, 84% aller Befragten nie ganz ohne Bargeld auskommen.

 

„Die Resultate bestätigen das besondere – und altbekannte – Verhältnis der Deutschen zum Bargeld. Deutsche Verbraucher tragen öfter und in größerer Menge Bargeld bei sich als der europäische Durchschnitt und wickeln auch einen größeren Anteil ihrer Transaktionen mit Bargeld ab.“

Das ist nur ein Ergebnis der umfangreichen Umfrage, die in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA durchgeführt wurde[1].

Hinterfrage ich in meinem Bekanntenkreis deren Zahlungsverhalten, so sind von den Bargeld-Befürwortern überwiegend zwei Argumente zu hören:

  • Bessere Kontrolle der eigenen Zahlungsfähigkeit
  • Höhere Anonymität und dem damit verbundenen Datenschutz

Vom Handel werden bei fehlender Kartenakzeptanz meist die Kosten vorgeschoben. Dabei sind die Gebühren nach einer EU-Verordnung im Jahr 2015 auf max. 0,3% begrenzt worden. Bei einem Kaufbetrag in Höhe von 100 Euro, entspricht das gerade mal 30 Cent. Zu berücksichtigen sind jedoch noch Kosten für den Zahlungsterminaldienstleister der die technische Infrastruktur bereitstellt und alle relevanten Daten an die abrechnende Acquiring Bank übermittelt!

Berücksichtigt man allerdings bei der Bargeldzahlung die Folgekosten, beispielsweise für den Geldtransport oder die Verwaltung und Versicherung des Bargeldbestandes, so könnte dem Handel das Bezahlen mit Karte durchaus günstiger kommen.

Doch selbst wenn sich die genannten Gründe der Bargeld-Befürworter nachvollziehen lassen, so sollte man anerkennen, dass die vielen Vorteile bei der Kartenzahlung überwiegen. Insbesondere der Einsatz von Apple Pay hat für beide Seiten deutliche Vorteile.

Vorteile für die Verbraucher:

  • Schlanke Geldbörse! Es muss kein Bargeld oder Portemonnaie mitgeführt werden
  • Das Bezahlen geht schneller und ist komfortabler. Das ist besonders bei kleinen Beträgen (Parkhaus, Taxi etc.) sehr bequem. Beim Bezahlen mit Apple Pay ist selbst bei Einkäufen über 25 Euro meist keine PIN-Eingabe erforderlich
  • Beim Verlust der Geldbörse ist der Inhalt meist verloren. Bei einem Diebstahl des iPhones ist nicht einmal die Sperrung der Kreditkarte erforderlich
  • Der Händler erhält beim Bezahlen mit Apple Pay – im Gegensatz zur physischen Kreditkarte – keine persönliche Daten. Zudem gibt es eine erhöhte Sicherheit durch Touch- bzw. Face-ID
  • Zahlungen über das iPhone sind deutlich hygienischer als Bargeld, das durch viele Hände geht (Stichwort „Keime“)

Vorteile für den Handel:

  • Das kontaktlose Bezahlen verhindert die falsche Herausgabe vom Rückgeld
  • Deutlich schnellere Abwicklung an der Kasse (geringere Wartezeiten für Kunden)
  • Mehr Customer Convenience durch eine größere Auswahl der Zahlungsarten
  • Die Kosten bei Kartenzahlung sind kaum höher als bei Bargeld
  • Weniger Risiko von Falschgeld sowie mehr Sicherheit durch den geringeren Bargeldbestand
  • Niedrigere Handlingskosten, beispielsweise beim Kassenabschluss
  • Kontaktlose Zahlungen sind deutlich hygienischer als Bargeld. Besonders im Lebensmittelbereich (Bäcker, Metzger etc.)

 

Zur vollständigen Umfrage:
Cash bleibt doch King

Weiterführende Links:
1. Überblick über Sicherheit und Datenschutz bei Apple Pay
2. Apple Pay und die PIN-Abfrage
3. Wie sicher ist Apple Pay
4. Apple Pay Akzeptanzstellen

 

Apple Pay und die PIN-Abfrage

Die Kartenanbieter legen für das kontaktlose Bezahlen ein Einkaufslimit fest, bis zu welchem Betrag die PIN-Eingabe am Kassenterminal entfallen kann. Bei Mastercard beträgt dieses Limit aktuell bei 25 Euro. Das Kreditkartenunternehmen Visa hat das Limit im vergangenen Jahr von 25 auf 50 Euro angehoben. Wird das festgelegte Limit überschritten, so ist aus Sicherheitsgründen die Eingabe einer PIN am Kassenterminal oder eine Unterschrift auf dem Bon zu leisten. Einige der Kreditkarten­anbieter bauen zur Sicherheit allerdings eine zusätzliche Abfrage ein. Hier kann spora­disch oder nach einem bestimmten Schema auch bei Beträgen kleiner 25 Euro nach einer PIN oder Unter­schrift verlangt werden.

In einer Pressemitteilung vom 10. Mai 2017 schreibt das Drogerieunternehmen dm hierzu:

Bei Einkaufsbeträgen bis 25 € ist in der Regel keine Autorisierung durch den Kunden mittels PIN oder Unterschrift erforderlich. Bedingt durch Sicherheitsprüfungen der Kundenbanken kann es jedoch sporadisch zu Autorisierungsabfragen kommen.

Einer der Vorteile beim Bezahlen mit Apple Pay ist, dass über das sogenannte CDCVM-Verfahren die PIN-Eingabe auch bei Beträgen größer 25 bzw. 50 Euro entfallen kann. CDCVM steht für Consumer Device Cardholder Verification Method. Bei diesem Verfahren erfolgt die Verifizierung bereits am mobilen Gerät über die Authentifizierung via Touch-ID, Face-ID (iPhone X) oder der PIN-Eingabe beim Anlegen der Apple Watch. Damit die PIN-Eingabe am Kassenterminal entfallen kann, muss das CDCVM-Verfahren am Terminal unterstützt werden.

Anhand der Apple Pay Akzeptanzdatenbank lässt sich gut erkennen, dass der Großteil der heutigen Terminals das CDCVM-Verfahren bereits unterstützen.

  • Bei 1.114 Einkäufen kleiner 25 Euro, war in nur 4 Fällen eine PIN-Eingabe erforderlich
  • Bei 666 Einkäufen größer 25 Euro, wurde in 49 Fällen nach einer PIN verlangt, was 7,36% entspricht

Spannenderweise wurde beim Bezahlen häufiger nach einer Unterschrift als nach einem PIN verlangt. Ob es in all diesen Fällen überhaupt ein Unterschriftsfeld auf dem Bon gegeben hat, wage ich zu bezweifeln. Hier dürfte viel eher die Unsicher- bzw. Unwissenheit der Kassenkraft ausschlaggebend für das Verlangen einer Unterschrift gewesen sein. Wie möchte die Kassenkraft die Unterschrift ohne physische Kreditkarte auch abgleichen?

Fazit: Man kann festhalten, dass eine PIN-Abfrage beim Bezahlen mit Apple Pay die Ausnahme ist. Wird dennoch nach einer PIN verlangt, so könnte das an der fehlenden CDCVM Unterstützung oder der sporadischen Sicherheitsabfrage liegen.

Wie sicher ist Apple Pay?

Wie sicher ist Apple Pay? Dieser Frage möchte ich in dem heutigen Beitrag nachgehen.

„Im direkten Vergleich zur Chip- oder Magnetstreifentechnologie ist das Bezahlen mit Apple Pay deutlich sicherer.“

Beim Hinterlegen einer Kreditkarte auf dem iPhone wird eine eindeutige 16-stellige Gerätenummer (Device Account Number) generiert. Diese Nummer wird verschlüsselt in einem zertifizierten Chip (Secure Element) abgelegt. Mit jedem eingeleiteten Bezahlvorgang wird ein Sicherheitscode erzeugt, welcher mit der Gerätenummer kombiniert wird. Beim Bezahlen wird nur dieser Sicherheitscode (Token) an den Händler übermittelt. In dem Token sind keinerlei Kreditkarten- oder persönliche Daten wie beispielsweise der Name oder die Anschrift enthalten.

Der Sicherheitscode wird nun auf elektronischem Wege an das entsprechende Finanzinstitut weitergeleitet. Erst dort kann eine Verbindung zum Käufer, dessen Kontaktdaten und der Kreditkartennummer hergestellt werden. Nach einem erfolgreichen Abgleich der übermittelten Informationen und einer vorhandenen Bonität, wird die Zahlung durch die Bank freigegeben und der Bezahlvorgang beim Händler abgeschlossen.

Hieraus resultierend liegen die wesentlichen Sicherheitsfaktoren bei der anonymisierten Übertragung der Benutzerdaten sowie bei der Authentifizierung der Transaktion mittels Touch-ID (iPhone und Macbook Pro 2016 und neuer). Das Bezahlen über die Apple Watch ist nur dann möglich, wenn sie am Arm getragen wird und zuvor über einen Pin entsperrt wurde.

Doch es gibt noch einen weiteren Vorteil gegenüber einer physischen Kreditkarte. Beim Verlust einer herkömmlichen Kreditkarte sollte diese umgehend gesperrt werden. Ein Sperren der Karte kann bei Apple Pay über die Funktion Find-my-iPhone entfallen. Auf diesem Wege lässt sich die Kreditkarte nämlich aus der Ferne vom iPhone löschen. Das Sperren der virtuellen Kreditkarte beim Kartenherausgeber ist somit nicht zwingend erforderlich.

Apple Pay :: Was, Wie, Wo?

Apple Pay: Was ist Apple Pay und wie funktioniert es?

Bei Apple Pay handelt es sich um einen Bezahldienst aus dem Hause Apple. Dieser Zahlungsdienst ermöglicht es, Einkäufe über das iPhone oder die Apple Watch zu bezahlen. Um Apple Pay nutzen zu können, ist mindestens ein iPhone 6 sowie iOS 8.1 (oder neuer) erforderlich. Ebenso muss der Händler ein NFC kompatibles Bezahlterminal installiert haben, dass für ein kontaktloses Bezahlen freigeschaltet ist. Solche Terminals sind heutzutage weit verbreitet. Insbesondere bei den großen Einzelhandelsketten wie Aldi, Rewe oder real sind diese Bezahlterminals bereits im Einsatz.

Wo genau liegen die Vorteile von Apple Pay?

  • Es muss kein Bargeld oder Portemonnaie mitgeführt werden
  • Das Bezahlen geht schnell vonstatten und ist sehr komfortabel
  • Der Händler erhält im Gegensatz zur „klassischen Kreditkarte“ keine persönlichen Daten
  • Dank des Touch-ID Verfahrens ist eine hohe Sicherheit gewährleistet. Beim Bezahlen über die Apple Watch muss die Uhr getragen werden und zuvor über einen PIN entsperrt worden sein
  • Apple Pay kann weltweit eingesetzt werden (Akzeptanz für das kontaktlose Bezahlen vorausgesetzt). Ebenso lässt sich Apple Pay für das Bezahlen im Internet oder über Apps einsetzen

Neben dem mobilen Bezahlen im stationären Handel, können Einkäufe auch über Apps oder im Internet (Onlineshops) getätigt werden. Hierfür muss Apple Pay selbstverständlich als Zahlungsoption angeboten wird.

Die offizielle Einführung von Apple Pay in Deutschland lässt nach wie vor auf sich warten. Bis es soweit sein wird, ist der Einsatz von Apple Pay bereits über die App Boon möglich. Hierbei kommt eine virtuelle PrePaid Kreditkarte von Wirecard zum Einsatz. Wie die Einrichtung vonstatten geht und was es zu beachten gilt, wird in der Rubrik „Einrichten“ ausführlich beschrieben.